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Mein Leben mit Depressionen

Gastautorin Charis Krüger, Bloggerin (Charis‘ Lifestyle), erfahren mit Depressionen, Borderline und Hochsensibilität.

Mein Name ist Charis und ich bin Betroffene seit 2011. Während meines ersten Klinikaufenthalts 2015 habe ich mich dazu entschlossen über dieses Thema zu bloggen. Es hilft nicht nur mir, um all meine Gedanken und Gefühle mal loszuwerden, sondern auch anderen Betroffenen hilft es zu sehen, dass sie nicht alleine sind mit ihren Problemen. Mittlerweile bin ich 24 Jahre.

Meine Geschichte: Es begann alles 2011 mit einem Zusammenbruch in der Berufsschule.

Schon auf dem Weg dorthin war alles so komisch an dem Tag! Plötzlich bekam ich Platzangst in der Bahn. Unerklärliche Schweißausbrüche und ich wollte nur noch weinen. Ich war so weit weg von allem und doch mittendrin. Als wäre ich in einer Blase, die alles dumpfer macht. Ich habe nichts mehr richtig gesehen, nichts richtig gehört und stand völlig neben mir. Ich wusste nicht, was da mit mir passiert und hatte die Hoffnung, dass sich das mit der Zeit alles wieder legt.

Also ging ich, wie jeden Morgen, mit meinen Klassenkameraden ins Klassenzimmer und der Gong läutete die Stunde ein. An diesem Tag begann der Unterricht mit einem Vortrag. Eine Schülerin stand vorne und erzählte uns etwas über… Keine Ahnung. Ich weiß es nicht mehr. Der Rest der Klasse war still. Doch was war das? Plötzlich wurde es immer lauter! Ich hörte Stimmen, die erst nur laut redeten und dann auf einmal schrien! Sie schrien mich an und es waren so viele, dass ich nichts verstehen konnte! Ich sah mich um, doch niemand im Klassenraum hatte etwas gesagt, außer die Schülerin, die ihren Vortrag hielt.

Ich begann mir die Ohren zuzuhalten, in der Hoffnung, die Stimmen um mich herum würden leiser werden. Aber das war eine reine Wunschvorstellung. Meine Sitznachbarin fragte mich: „Ist alles okay, warum hältst du dir die Ohren zu?“ Doch ich war schon so weit weg mit meinen Gedanken, dass ich nicht mehr antworten konnte und aus den lauten Stimmen wurden plötzlich schwarze Schatten, die um mich herumschwirrten. Ich kniff meine Augen zu und dachte dadurch würde ich nichts mehr sehen, aber auch das war reines Wunschdenken.

So saß ich da, hielt mir die Ohren zu, kniff meine Augen zu und fing dann lautstark an zu weinen! Es war, als würden diese Stimmen mich beschimpfen und diese Schatten mich verprügeln.

Ich war völlig weggetreten und meine Sitznachbarin sagte nur noch zum Lehrer: „Können wir mal kurz rausgehen, bitte?“. Als ich dann das Wort „RAUS“ hörte, war es wie ein Notausgang aus diesem Horrorszenario. Vor dem Klassenzimmer kam es dann zum endgültigen Zusammenbruch. Rein vom Gefühl her waren es Stunden, die ich in diesem „Modus“ verbrachte, mit den Stimmen und diesen Schatten. Meine Sitznachbarin sagte mir dann, wir saßen gerade mal 5 Minuten im Unterricht. Krass, wie lang 5 Minuten sein können, wenn man plötzlich in solch einer ausweglosen Situation zu sein scheint.

Ich lag weinend auf dem Schulflur und drückte meiner Klassenkameradin nur noch mein Handy in die Hand und sie suchte in meinem Adressbuch nach „Mama“ und rief sie dann an. Ich war zu nichts mehr in der Lage und wollte in dem Moment einfach nur noch weg und verstehen, was mit mir los ist!

Keine halbe Stunde später holte meine Mutter mich ab und irgendwie bin ich dann bei meiner Hausärztin gelandet. Von dem Weg dorthin weiß ich absolut nichts mehr, wie ein Filmriss. Ob ich im Wartezimmer noch warten musste oder direkt dran kam? Keine Ahnung.

Ich weiß nur noch, wie ich vor meiner Hausärztin saß und meine Mutter ihr die Geschehnisse erzählte und ich einfach nur da saß und lachte. „Ach, alles gut. Ist nur halb so schlimm“, sagte ich mit einem Lächeln, doch für meine Ärztin war es glasklar, was da mit mir los war! „Sie haben ein klassisches Burn Out, Frau Krüger!“, sagte sie mit einem ziemlich besorgten Blick.

Burn Out? Ich war 16! Was soll das sein?
Aber anstatt zu fragen, grinste ich weiter und nickte nur.

Es folgte eine sofortige Krankschreibung. Okay, Krankschreibungen kennt man ja von ’ner Grippe oder so. Bisschen ausruhen, dann passt das bald schon wieder. Aber bei dieser Krankschreibung habe ich keine Bettruhe verschrieben bekommen. Meine Hausärztin verschrieb mir: Eis essen, Shoppen, ins Kino gehen, mit Freunden was machen, schwimmen gehen, spazieren gehen, ALLES was mir gut tat!
Auf den ersten Blick, klingt es nach dem Paradies, doch bei längerem Überlegen wurde mir klar, dass genau das die Dinge sind, die ich zu der Zeit gar nicht mehr konnte.

Menschen überforderten mich, laute Geräusche, enge Räume, Gespräche, Bewegung, ALLES, aber wirklich ALLES, war mir zu viel und ich begann sofort zu weinen und mich zu verkriechen. Es war, wie noch einmal Laufen zu lernen und jeden Meter mit voller Wucht auf den rauen Boden zu fallen und mit blutigen Knien weiterzulaufen. Doch das Allerschlimmste daran – Niemand hat gesehen, wie es mir wirklich ging und bis heute können das auch nur wenige sehen. Ein Lächeln genügte für die meisten, um zu denken, alles wäre wieder okay, ich bin dann wieder gesund.

Eine Depression / Ein Burnout ist ein Erschöpfungszustand, bei dem dir dein Körper signalisiert, dass du zu lange zu viel Wert auf die falschen Dinge in deinem Leben gelegt hast.

Du hast gearbeitet, wie ein Tier, dich für andere aufgeopfert, ohne etwas dafür zu verlangen, du hast dich immer um alles gekümmert und gesorgt, weil es ja sonst niemand gemacht hat. Bis zu dem Tag, an dem dein Körper dir zeigt, dass es so nicht weiter geht.

Ich begann eine Therapie und nahm erste Antidepressiva. Nach knapp 2 bis 3 Jahren hatte ich mich wieder ein wenig stabilisiert, aber so wie vorher, wurde mein Leben irgendwie nicht mehr. Negative Gedanken begleiteten mich häufig in dieser Anfangs-Phase, als sich das Ganze in mein Leben einschlich. Doch dieses komische Gefühl hörte nicht auf. Es verschlimmerte sich sogar von Woche zu Woche.

Das Aufstehen fiel immer schwerer. Der Weg zur Arbeit kam mir immer länger vor, wie eine Reise in die Unendlichkeit. Und jede Minute fühlte sich wie eine Stunde an. Der Kaffee, den ich jeden Morgen mit Genuss trank, schmeckte plötzlich nicht mehr. Mein Lieblingsessen schmeckte plötzlich nach nichts mehr. Essen im Allgemeinen wurde mit der Zeit zu einer Art Last, weil einfach nichts mehr richtig schmeckte.

Ich fühlte mich verloren und hilflos, wusste aber einfach nicht, woher das alles kommt. Ich spürte, etwas ist anders, aber ich wusste nicht was.

Dann fing es an, dass die kleinsten alltäglichen Dinge zur Herausforderung wurden. Wäsche waschen: „Wo kommt noch mal das Waschmittel rein und in welches Fach der Weichspüler? Hilfe, reiß dich zusammen! Das weißt du doch! Sowas kann man nicht vergessen! Es fällt mir einfach nicht mehr ein, was ist nur los mit mir?!“ Und schon flossen die ersten Tränen. Und warum? Weil ich nicht mehr wusste wo welches Waschmittel hin kommt und ich mir selbst völlig bescheuert vorkam. Jegliche Konzentrationsfähigkeit war von mir gegangen.

Dass meine Haare ungebürstet waren und die Schminke fehlte, habe ich schon gar nicht mehr mitbekommen, beim Verlassen des Hauses. Schlichtweg vergessen. Aber weil ich zu dem Zeitpunkt immer noch nicht wirklich wusste, was mit mir los war, wollte ich funktionieren bzw. ich redete mir ein, ich müsste funktionieren. Denn eigentlich hatte ich ja nichts, so wie eine Erkältung oder ein gebrochenes Bein. Nichts Offensichtliches, also kann es ja auch nicht so schlimm sein.

Doch es wurde einfach nicht besser. Ich machte immer mehr Fehler und verzweifelte an den kleinsten Dingen. Ich stand vor meiner Haustür und wusste plötzlich nicht mehr, welcher Schlüssel der richtige war. Kurz schauen ob mich keiner beobachtet, dann alle Schlüssel ausprobieren, bis einer passte. Geschafft. Rein in die Wohnung, Tür zu und weinend zusammenbrechen, weil ich mich fragte, womit ich das eigentlich verdient hatte, einfach so zu verblöden.

Nach zwei gescheiterten Ausbildungen, die ich aufgrund meiner schweren Depressionen abbrechen musste, habe ich mich 2015 für einen Klinikaufenthalt entschieden.

Ich hatte die Hoffnung, dass dort jemand ein paar richtige Worte sagt oder irgendwelche Tabletten für mich hat, mit denen es mir dann besser geht. Doch es war alles andere als das. Ich habe mich noch nie so intensiv mit mir und meinen Gefühlen und Empfindungen beschäftigt, wie dort. Einzeltherapie, Gruppentherapie, Tagesplan, gemeinsame Mahlzeiten, fremde Mitpatienten. Ja, so eine Klinik ist kein Urlaubsort. Ich war dort 2,5 Monate und trotz aller Schwierigkeiten, war es eine sehr wichtige Zeit für mich.

Warum? In meiner Klinikzeit habe ich jemanden treffen dürfen, zu dem ich aufsehe und vor dem ich wirklich großen Respekt habe: Dieter Bohlen. Er wohnte neben dem Klinikgelände und ging dort öfter spazieren. Als ich ihn traf, machte ich natürlich direkt ein Foto mit ihm und mit dem Posten des Fotos kamen viele Fragen auf bei Bekannten und Freunden. „Wo hast du den denn getroffen?“

Ich habe schon einige Zeit überlegt, ob ich sage, dass ich in einer Klinik bin und habe mich dann DAFÜR entschieden. Und diese Entscheidung war der Start von meinem Blog, wo ich nun seit knapp 3 Jahren regelmäßig und schonungslos über mein Leben mit Depressionen und Borderline öffentlich schreibe und spreche.

Es begann ein neuer Lebensabschnitt für mich und ich hatte endlich wieder eine Aufgabe gefunden, die meinem Leben einen Sinn gab. Doch leider hielt dieses „Hoch“ nicht auf Dauer an.

Im Dezember 2015 habe ich wirklich gedacht, ich habe den Tiefpunkt in meinem Leben erreicht. Durch meine Erkrankung habe ich mich fast täglich selbst verletzt und war auch zu allen Menschen um mich herum eiskalt und abweisend. Ich habe keine Nähe ertragen und alles hat mich so erdrückt. Das hatte sich zum Glück vorerst im Frühjahr 2016 gelegt.

Aber im Juli 2016 war es dann soweit, ich habe wirklich den Tiefpunkt meines Lebens erreicht. Ich lag in der Psychiatrie nach einer Überdosis Schlaftabletten. Ich wollte einfach nicht mehr. Ich wollte alles nur noch ausschalten um mich herum. Und ich habe nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, was alles hätte passieren können. Die Verzweiflung war einfach zu groß.

Ich habe die Schlaftabletten geschluckt und mit Alkohol nachgespült. Meine Eltern merkten relativ früh, dass ich irgendwie neben mir stehe und nicht mehr ansprechbar bin. Für mich ging es dann direkt ins Krankenhaus und von dort aus in die Psychiatrie. Ich habe einfach den Sinn meines Lebens verloren. Ich hatte mit allem abgeschlossen und alles um mich herum war mir plötzlich egal. Schließlich hatte ich nichts mehr zu verlieren. Keine Freunde, keine Beziehung mehr und mein Zuhause war dann auch weg im August.

Ich habe dann auch nicht mal mehr nach etwas gesucht, was mich am Leben halten könnte. Ich wollte nur noch, dass das alles ein Ende hat.

Ich bin riskant mit dem Auto gefahren. Ja und? Dann geh ich halt drauf! Ich bin ohne zu gucken über die Straße gelaufen. Ja und? Dann fährt mich halt einer über den Haufen. Ich habe nur noch um mich geschlagen und jeden von mir gestoßen.
Eines Abends im August hab ich dann mal wieder durch meine Facebook-Startseite gescrollt und stoppte bei einem Post. Es war der Song „Die immer lacht“ von Kerstin Ott. Dieser Song hat mich schon lange sehr berührt und vor allem die Geschichte hinter dem Song. Ein Mädchen, das immer lacht, doch sobald sie alleine ist, weint sie und nur sie weiß, dass es nicht ist, wie es scheint. Punktlandung würde ich mal sagen.

Ich erinnerte mich wieder an einen Wunsch, den ich schon ziemlich lange hatte. Kerstin Ott einmal persönlich zu treffen und ihr für diesen tollen Song danken, der für mich eine ganz besondere Bedeutung hat. Ich habe überlegt, wie mache ich das? Und vor allem, warum sollte sie gerade MIR antworten und mich treffen wollen? Aber in dem Moment hatte ich mehr oder weniger das „Glück“, dass ich in dieser Phase steckte, wo mir sowieso alles irgendwie so ziemlich gleichgültig war.

Also dachte ich mir, ich trau mich jetzt einfach mal, schreibe mein Anliegen auf, warum ich Kerstin treffen möchte und was dieser Song für mich bedeutet. „Senden“.

Klick! Puh, ich hab es wirklich getan. Naja, da wird sowieso nichts kommen, aber ich bin stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, diese Mail loszuschicken 🙂

Noch am selben Tag blinkte dann plötzlich das Zeichen auf meinem Handy auf, dass ich eine neue Mail habe. Und ich musste mich erstmal setzen, als ich sie geöffnet hatte. Die Mail war von Kerstins Management und dann dachte ich erstmal, okay das wird wohl so eine automatische Antwort sein, wo sowas steht wie: „Danke für deine Mail, leider blablabla…“

Doch ganz im Gegenteil! Es stand drin, dass sie viele Mails bekommen, aber meine Geschichte sie sehr berührt hat und sie werden sie an Kerstin weiterleiten und sich dann nochmals bei mir melden. Und ja was soll ich sagen? Kerstin hat gesagt, sie möchte mich gerne kennenlernen. Von August bis zum Treffen im November waren es allerdings noch ganze 3 Monate. Und in diesen 3 Monaten hatte ich oft wieder Tiefs, bei denen ich aufgeben wollte.

Kerstin hat es gesehen, da sie ab und zu mal auf meiner Seite vorbeischaut und mir dann diese Worte hier auf der Seite hinterlassen: „Hey liebe Charis 🙂 Ich schau oft in dein Profil und möchte Dir sagen, dass ich es toll finde. Du lässt viele Menschen teilhaben, bist Ihnen ein Vorbild und hilfst Ihnen ganz bestimmt besser mit dem Problem umzugehen. Und du machst es, obwohl Dir selber oft die Kräfte versagen. Ich freue mich auf unser baldiges Treffen! Deine Kerstin“. Gibt es einen schöneren Grund, um weiterzumachen und nicht aufzugeben? Ich glaube nicht!

Für mich war das wirklich, wie eine kleine Erinnerung, dass sich das Kämpfen lohnt und ich habe weitergemacht. Denn ich wusste, wofür ich es tue!

Und im November war es dann endlich so weit. Ich durfte Kerstin treffen und mich mit ihr unterhalten. Sie hat mich dann sogar gefragt, ob ich Bock hätte gleich nochmal kurz mit ihr auf die Bühne zu kommen und das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen 🙂
Sie hat mir dann ihren Song „Die immer lacht“ an dem Abend gewidmet und mir beim Singen in die Augen gesehen… Ich konnte meine Tränen nicht mehr halten! Ich glaube, damit habe ich ihr gezeigt, wie dankbar ich ihr bin! 🙂

Doch auch der Abend ging irgendwann zu Ende und ich bin wieder in ein Loch gefallen. Ich habe drei Tage wirklich durchgeweint. Wie ein Wasserhahn, der tropfte und einfach nicht aufhört. Aber ich habe gemerkt, dass ich mich an dem Abend seit sehr, sehr langer Zeit mal wieder richtig wohl gefühlt habe und ich traue mich sogar zu sagen, dass ich wirklich GLÜCKLICH war. Also ist mein Ziel, mehr von diesen Momenten in meinem Leben zu erschaffen!

Im November 2016 habe ich einem guten Freund, der mich auch durch die schwere Zeit begleitet hat, geschrieben: „Weißt du, ich bin auch ein kleines bisschen stolz. Weil vor ein paar Wochen war ich mir eigentlich relativ sicher, dass ich mein Leben beenden wollte. Jetzt habe ich wieder bisschen Hoffnung.“
Seine Antwort darauf war: „Ich hab das gespürt. Schön, dass du wieder da bist 😘“

Und da wurde mir erst so richtig bewusst, wie ernst es eigentlich in diesen Monaten um mich stand. Denn man selbst nimmt das alles gar nicht so wahr, wenn man erstmal drin steckt in dem Strudel der Hoffnungslosigkeit.

Und ich kann mit Stolz sagen, ich habe 2016 zu einem Jahr gemacht, was ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Man kann nicht darauf hoffen, dass das Leben einfach so besser wird.

Man muss selbst ganz viel dafür tun. Ich habe so viel geschrien, geweint, gehasst und mich zu 99 Prozent aufgegeben. Aber dieses eine Prozent, das mich am Leben gehalten hat, wächst täglich! 2017 habe ich begonnen mich mehr und mehr zu stabilisieren durch gezielte und regelmäßige Therapie.

Mein Blog wächst und die Rückmeldungen sind wirklich der Wahnsinn, weswegen ich es auch zu einer Art „Beruf“ für mich gemacht habe. Ich verdiene damit noch nicht meinen Lebensunterhalt, hoffe aber, dass es irgendwann mal soweit sein wird. Ich habe dazu noch mit YouTube begonnen, denn bewegte Bilder und ein Gesicht zu den ganzen Texten sind mit Sicherheit hilfreich für viele Betroffene, die mir folgen.

In meinen Videos verarbeite ich vieles von meinem Erlebtem, um besser damit leben zu können. Es ist alles auch irgendwie eine Art Selbsttherapie für mich und hilft mir sehr bei meiner Selbstreflektion. Ende 2017, am Tag der seelischen Gesundheit war ich dann auch zu Gast in der Live-Sendung von Volle Kanne, die jeden Morgen im ZDF läuft und durfte einen Teil meiner Geschichte erzählen.

(Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=bOXwwHqxi1Q&t=2s)

Die dunklen Monate in der Weihnachtszeit zwischen 2017 und 2018 waren der blanke Horror für mich und ich bin nochmal durch die Hölle gegangen. Schwere depressive Phasen, selbstverletzendes Verhalten und viele, viele Nervenzusammenbrüche. Das Ganze hat sich zum Glück mit Beginn der Frühlings- und Sommermonate wieder gelegt und zurzeit habe ich die „normalen Aussetzer“, die man halt so hat, als Borderline-Patient.

Ich habe jetzt schon Angst vor den Wintermonaten, wenn ich ehrlich bin, aber sie werden kommen und ich werde lernen müssen, damit umzugehen. Da führt leider kein Weg dran vorbei.

Worauf ich mich aber jetzt schon freuen kann, ist zum Beispiel ein neuer kleiner Meilenstein in meiner Lebensgeschichte. Ab September werde ich aktiv an einem Schulprojekt teilnehmen, bei dem Jugendliche über psychische Erkrankungen aufgeklärt und dafür sensibilisiert werden. Eine wichtige Arbeit, auf die ich mich schon sehr freue. Aktuell schreibe ich auch an meinem ersten eigenen Buch, was sich allerdings noch etwas hinziehen kann, da ich nicht der geduldigste Mensch bin und mich auch schnell mal die Konzentration verlässt.

Was ich aber jedem gerne mit auf den Weg geben möchte: Holt euch professionelle Hilfe und schämt euch nicht dafür!

Ich bin jetzt seit fast 7 Jahren durchgehend in therapeutischer Behandlung und meine derzeitige Therapeutin hilft mir wirklich sehr, wenn in meinem Kopf mal wieder Gedankenkotze herrscht. Sie ist jemand, der mir einen imaginären Spiegel vorhält, um mal wieder klar denken zu können. Zudem hilft sie mir durch regelmäßige Therapietermine zu lernen, dass etwas auch bestehen bleiben kann, ohne dass man 24h an 7 Tagen die Woche voneinander etwas hört, was mir sehr bei meinen Verlustängsten hilft.

Es war nicht leicht die passende Therapeutin für mich zu finden, aber ich habe es geschafft und glaube auch fest daran, dass jeder andere da draußen das schaffen kann!

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Aktionsbündnis Seelische Gesundheit

Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit ist eine bundesweite Initiative, gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit. Wir vertreten Betroffene von psychischen Erkrankungen, Angehörige und Experten. Gemeinsam setzen wir uns für einen offenen Diskurs über psychische Gesundheit ein.
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