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Die Hoffnung nicht verlieren und damit anderen Hoffnung schenken.

Gastbeitrag von Claudia Gliemann

Ich bin Autorin des Buchs „Papas Seele hat Schnupfen“, ein Aufklärungsbuch über Depressionen für Kinder, und damit zusammen mit der AOK und der Deutschen DepressionsLiga e.V. in ganz Deutschland unterwegs. In Schulen, sozialen Einrichtungen und Kulturstätten veranstalten wir Lesungen, um Interessierte, Betroffene und ihre Angehörigen zu unterstützen und aufzuklären.

Corona-Shutdown: Fast die ganze Welt liegt lahm. Und nun?

Dann kam der Corona-Shutdown und fast die ganze Welt wurde lahm gelegt. Seit dem 16. März habe ich keine Lesung mehr gegeben. Für mich persönlich waren die letzten zweieinhalb Monate sehr schwierig. Eigentlich hätte die Lesereisezeit im Frühjahr richtig beginnen sollen. Nun wurde sie aber für viele Monate unterbrochen. Doch glücklicher Weise überlegen sich die Menschen schöne Alternativen. So darf ich zum Beispiel tatsächlich eine Lesung in einem Burghof halten.

Ich habe angefangen zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben.

Am Anfang ging es mir wie vielen. Ich war wie gelähmt und konnte gar nichts machen. Doch irgendwann war mir durch meine Lesungen in den Schulen klar: Ich muss etwas unternehmen. Ich muss etwas für die Kinder tun, für die alle ein Kontaktverbot und damit eine lange Zeit zu Haus bevorsteht. Aber auch für mich – um Hoffnung zu haben in einer unsicheren Welt. Und so habe ich angefangen zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben. Ich habe in den letzten zweieinhalb Monaten 18 Texte geschrieben. Und da ich nicht nur Autorin, sondern auch Verlegerin des Monterosa Verlags bin, weiß ich glücklicher Weise, wie man Bücher macht. Und ich kenne andere Menschen, die auch gern Bücher machen. Also habe ich zur Gründung einer Plattform aufgerufen, die Kindern, aber auch Erwachsenen Hoffnung schenken soll. 

Nach 58 Tagen war es soweit: Unsere Plattform HopeLit stand in den Startlöchern.

Schnell fanden sich andere Kreative aus der Buchbranche, die gemeinsam ehrenamtlich eine Plattform mit mir entwickeln wollten. So wurde geschrieben, geplant, designed, entwickelt, lektoriert, illustriert, konzipiert und vieles mehr. Nach 58 Tagen war es soweit und unsere Plattform stand in den Startlöchern: HopeLit. Auf HopeLit bieten wir Texte für Kinder an. Es gibt Malvorlagen und Kinder, aber auch ihre Eltern und Lehrer*innen können die Texte ausdrucken und mithilfe einer Anleitung zusammenkleben und gemeinsam kleine Bücher basteln. Außerdem weisen wir auf tolle Initiativen hin und wollen gern auf Hilfsangebote anderer aufmerksam machen.

Wie fühlt es sich an, wenn man sooo viel Geduld aufbringen muss, bis man seine Freund*innen wiedersehen darf?

Inhaltlich geht es in den Büchern um das Corona-Virus und um die neue Situation, in der wir uns plötzlich alle wiederfinden. Das wird von ganz unterschiedlichen Seiten beleuchtet: Wie erkläre ich einem 3-jährigen Kind die aktuelle Situation? Welche Gefühle haben Kinder, wenn Eltern plötzlich existenziell bedroht sind? Und wie fühlen sich die Eltern eigentlich? Wie ist es, wenn man aufgrund der Corona-Krise plötzlich nicht mehr zu seinem Pferd auf den Pferdehof fahren darf? Und wie fühlt es sich an, wenn man sooo viel Geduld haben muss, bis man seine Freund*innen wiedersehen darf?

Außerdem gibt es Sachtexte, die die aktuelle Situation erklären. Und für die Erwachsenen gibt es Beiträge, die versuchen, gerade jetzt Hoffnung zu schenken.

Alle unsere Inhalte werden vor Veröffentlichung von Psycholog*innen darauf geprüft, ob sie altersgerecht umgesetzt sind und in der momentanen Situation nützen und weiterhelfen können.

Das Schönste an unserem Projekt: Hoffnung schenken.

Mir hat das Schreiben sehr geholfen, um besser mit der Krise umgehen zu können. Außerdem hat mir die Arbeit an der Plattform und vor allem die Gemeinschaft, zusammen an einer Idee zu arbeiten und etwas bewirken zu können, geholfen, nicht die Hoffnung zu verlieren. Und das Schönste an unserem Projekt ist, Kindern, ihren Eltern und allen anderen Menschen Hoffnung schenken zu können, damit sie diese schwierige Zeit gut überstehen können.

Die letzten Monate hätte ich mir nicht gewünscht. Aber auch hier hat sich gezeigt: Krisen, so schwer und scheinbar unerträglich sie auch sein mögen, sind immer auch eine Chance. Und ich wünsche uns allen, dass wir sie als Chance nutzen können.

Die Plattform soll auch nach der Corona-Zeit bestehen bleiben – als ein Ort, der durch kreativen Inhalt, Mut und Hoffnung schenkt. Zu jeder Zeit.

Schaut vorbei und schreibt uns!

Möchtet ihr mitmachen? Dann schaut doch mal bei uns vorbei! Gern könnt ihr uns auch schreiben, wenn ihr weitere Ideen für die Plattform habt oder uns einfach nur mitteilen möchtet, wie Euch HopeLit gefällt. Und zwar an: hallo@hopelit.de

Es grüßt Euch herzlich Eure Claudia Gliemann

Weitere Infos:

Claudia Gliemann

Claudia Gliemann ist Autorin, Übersetzerin, Verlegerin des Kinderbuchverlages MONTEROSA und Singer-Songwriterin. Zusammen mit anderen Kreativen aus der Buchbranche hat sie die Plattform HopeLit ins Leben gerufen.
Claudia Gliemann

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