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Was passiert in einer Gruppentherapie?

Gastbeitrag von Sonja Schmalen

Auf der Suche nach einem Einzeltherapieplatz kann es vorkommen, dass Du bis zu mehreren Monaten warten musst. Doch eine Gruppentherapie kann eine wirksame Alternative sein – oft mit geringerer Wartezeit.

Gruppentherapie ist so wirksam, wie eine Einzeltherapie

Wissenschaftliche Studien belegen eine vergleichbare Wirksamkeit von Einzel- und Gruppenpsychotherapie. Da Menschen ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten generell in Gruppen und Beziehungen zu anderen Menschen, wie z. B. in der Familie, in der Partnerschaft und mit Kollegen entwickeln, ist es durchaus sinnvoll, Probleme auch in der Gruppe zu besprechen. Eine Gruppentherapie ermöglicht Dir den Kontakt mit Personen, die in einer ähnlichen Lebenssituation sind, wie Du und mit denen Du Dich austauschen kannst. „Immer werden durch die Themen der Mitpatienten auch eigene Themen angesprochen. Fast alle meiner Patient*innen würden sich wieder für eine Gruppe entscheiden, obwohl am Anfang oft Skepsis herrscht“, erklärt Stefan Hofele, Psychologischer Psychotherapeut aus Köln.

Die Vorteile einer Gruppe:

  • Du bekommst nicht nur von Deinem/Deiner Therapeut*in, sondern auch von den Gruppenmitgliedern Feeback.
  • Du erfährst Verständnis und Unterstützung für Deine Lebenssituation und bekommst Rückhalt und emotionale Stabilität.
  • Durch den geführten Austausch mit Menschen in ähnlichen Lebenssituationen lernt jede/r von jedem.

Wie läuft eine Gruppentherapie ab?

In der Regel trifft sich eine Gruppe wöchentlich für 90 Minuten mit 3 bis 9 Teilnehmer*innen und einem/einer Psychotherapeut*in. Du kannst zwischen geschlossenen und halboffenen Gruppen wählen. In einer geschlossenen Gruppe bleibt die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen von der ersten bis zur letzten Sitzung gleich. In einer halboffenen Gruppe werden freie Plätze im Laufe der Therapie mit neuen Teilnehmer*innen besetzt. Ebenso gibt es Gruppen, die ein spezielles Thema behandeln, das alle Mitglieder beschäftigt. Es gibt aber auch zieloffene Gruppen, in denen die Mitlgieder unterschiedliche persönliche Themen besprechen. Du kannst Deine Erfahrungen in einer vertrauten Atmosphere teilen. Alles, was Du erzählst wird natürlich, wie immer in einer Therapie, vertraulich behandelt. Wenn Du mal nicht sprechen möchtest, kannst Du auch nur zuhören und Dich im geschützten Raum der Gruppe sicher aufgehoben fühlen.

Belasten mich die Themen der anderen Gruppenmitglieder?

Durch die verschiedenen Lebenssituationen der Gruppenmitglieder erhälst Du eine andere Perspektive auf Deine eigene Situation und kannst von den Erfahrungen Anderer lernen. „Manchmal sieht man dadurch die eigenen Probleme etwas lockerer und fühlt sich vor allem nicht so alleine“, sagt ein Gruppenteilnehmer. „Aus fremden Menschen werden Vertraute, Unterstützer und Impulsgeber. Der Wert von Gruppen liegt vor allem darin, sich in seinem Schmerz angenommen und gut aufgehoben zu fühlen – und gemeinsam Perspektiven zu entwickeln“, weiß Franca Cerutti, Psychologische Gruppenpsychotherapeutin.

Zahlt meine Krankenkasse eine Gruppentherapie?

Deine gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten bei allen Psychotherapeut*innen mit einer Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung. Informiere Dich, welche Psychotherapeut*innen in Deiner Nähe Gruppentherapien anbieten. Du kannst dann mit Deiner Krankenkassenkarte und einem Termin zu einer Sprechstunde bei einem/einer Psychotherapeut*in gehen. Hier wird gemeinsam geklärt, ob Dich eine Gruppenpsychotherapie in Deiner Lebenssituation unterstützen und Dir helfen kann.

Hier findest Du Hilfe:

Weitere Infos:

Sonja Schmalen

Sonja Schmalen ist Produktmanagerin Digital Health bei Dr. Becker eHealth GmbH und Ergotherapeutin mit Erfahrung in Psychosomatik und Neurologie
Sonja Schmalen

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